Games & Interactive

April 2, 2008

Interview mit Dirk Weyel

Interview mit Dirk Weyel

Dirk Weyel und Vorstandskollege Christoph Gerlinger sind bereits seit mehr als 10 Jahren in verschiedenen Unternehmen innerhalb der Gamesbranche tätig und haben sich im Jahre 2005 zur Gründung von Frogster zusammengetan. Sie haben sich mit der Frogster Interactive Pictures AG auf die Veröffentlichung und den Betrieb von Massive Multiplayer Online Games spezialisiert, ein faszinierendes Wachstumsfeld innerhalb der Games-Branche. Rund um ihr Kerngeschäft haben sie eine Reihe von strategischen Beteiligungen erworben, so dass die Unternehmensgruppe Frogster mittlerweile rund 70 Mitarbeiter in den Bereichen Marketing, PR, Vertrieb, Community-Management, Redaktion, Print- und Web-Design sowie in der Technik und Verwaltung beschäftigt. Mit ihrem Joint Venture in Korea sind sie auch mit der Entwicklung eines MMOGs beschäftigt und haben einen Vermarktungsarm im wichtigen asiatischen Markt.
 

Welche Aufgaben sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten, die eine Kommunikationsplattform für Games und Web 2.0 haben sollte?

Der Kern von Web 2.0 liegt ja in der Beteiligung seiner User und ihrer Interaktion miteinander - ganz wie in unseren virtuellen Welten, daher ist eine gemeinsame Kommunikationsplattform durchaus sinnvoll. Wir sind vor allem am Austausch mit anderen Branchenteilnehmern und der Bildung funktionierender Netzwerke interessiert, weil wir glauben auch innerhalb Berlins noch viele fruchtbare Kontakte machen zu können. Insofern wünschen wir uns eine Vielzahl von Feedback- und Diskussionsmöglichkeiten auf der neuen Plattform. Aber auch gebündelte Nachrichten und Neuigkeiten aus der Region und der Branche sowie nicht zuletzt unterhaltsame Inhalte würden wir gerne hier finden. Wir freuen uns, dass wir als eines der ersten Unternehmen den Raum bekommen, uns hier ausführlich vorzustellen.
 

Welchen Mehrwert können Unternehmen aus Berlin und außerhalb Berlins von einer branchenbezogenen Standortinitiative erwarten?

Wie für jedes andere Unternehmen sind für uns natürlich auch die Rahmenbedingungen von größtem Interesse. Infrastruktur, funktionierende Branchen-Netzwerke und gut ausgebildete Mitarbeiter machen einen Standort interessant. Hamburg ist gerade im Hinblick auf regelmäßige Arbeitskreise innerhalb der Branche schon einen Schritt weiter. Wir würden uns freuen, wenn sich über die rege Beteiligung der entscheidenden Branchenteilnehmer in Berlin ähnliche Strukturen etablieren ließen. Auch für internationale Unternehmen kann eine derartige Plattform wertvolle Information liefern und die Suche nach geeigneten Partnern erleichtern sowie Unterstützung bei der Standortwahl geben.
 

Welche Faktoren machen Berlin aus Ihrer Sicht zu einem besonders guten Standort für Games und Web 2.0 Projekte?

Nach dem Zuzug vieler Unternehmen aus dem gesamten Medienspektrum verfügt Berlin sicherlich über hervorragende Möglichkeiten der crossmedialen Kooperation. Im Bereich des kreativen Sektors mit Unternehmen, Agenturen und diversen Kunst- und Kulturprojekten kann Berlin sicherlich weiterhin seine große Anziehungskraft ausspielen, was die Branche aus meiner Sicht insgesamt belebt und für eine Vielzahl guter Mitarbeiter anzieht. Aber auch die etablierte Games Academy oder der neue kulturwissenschaftliche Games-Studiengang an der Uni Potsdam sorgen zunehmend für qualifizierten Nachwuchs.
 

Welche Impulse kann die Politik/ Verwaltung für die Branche geben?

Wie schon erwähnt, erwarten wir uns von offizieller Seite natürlich Impulse und Initiativen zur weiteren Verbesserung der Rahmenbedingungen. Das Medienboard Berlin-Brandenburg arbeitet ja schon seit einiger Zeit sehr engagiert in dieser Richtung. Allerdings hat die Bundespolitik unsere Branche offensichtlich noch nicht ausreichend als Wachstumsmotor erkannt. Im Gegenteil, wir hatten ja lange Zeit unter dem polemischen Generalverdacht von PC- und Videospielen zu leiden. Hier wünschen wir uns für Berlin und Deutschland insgesamt einen informierteren, aufgeklärteren und unaufgeregteren Umgang mit dem Kulturgut Games. Erfreulicherweise hat gerade die Bundestagsfraktion der Grünen das wirtschaftliche Potential der Branche erkannt und setzt mit Diskussionsrunden und parlamentarischen Initiativen schon seit längerem erfreuliche Akzente in diese Richtung.
 

Was ist ihr Lieblingsspiel?

Ich bin ja zugegebenermaßen auch PlayStation-Fan und kann mich da besonders für die „Colin McRae Rallye“-Serie begeistern. Dass ich mich seit geraumer Zeit deutlich mehr mit Online-Games beschäftige dürfte nicht überraschend sein – und da bewege ich mich im Moment besonders gerne in einer Piraten- sowie einer neuartigen Fantasy-Welt...
 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ganz persönlich wünsche ich mir einen erfolgreichen Start für unser großes Onlinerollenspiele-Projekt „The Chronicles of Spellborn“. Wir sind sicher, dass wir mit der riesigen und eindrucksvollen Fantasy-Welt weltweit zahlreiche Spieler begeistern können. Für Berlin wünsche ich uns allen weiterhin viel Aufwind und eine gleichbleibend spannende Stadt – woran ich allerdings keinen Zweifel habe. Der Medienstandort ist auf einem sehr guten Weg. Jetzt liegt es an allen Branchenteilnehmern gemeinsam, die vielen unterschiedlichen Ansätze und Initiativen zu einem wirksamen Ganzen zusammenführen. In diesem Sinne sind wir auch sehr gespannt auf die Resonanz zum Berlin Games & Web 2.0 Forum.